Adam und Eva wollen heiraten. Dafür sollen extra schöne und einzigartige Einladungskarten versendet werden. Sie besuchen deshalb einen Profi. Er hat ihnen einige Vorschläge vorbereitet. Sie entscheiden sich für die gestaltete Karten mit den vielen weissen Tauben. Die Taube als Symbolbild für Glück, Frieden und Leben. Überglücklich verlassen die Zwei die Agentur. Am Bahnhof angekommen steigen sie in den Zug. Doch blicken wir etwas über die Züge. Die Wände und schmalen Vorsprünge sind mit Metallstiften und Netzen übersäht, damit ja keine Taube darauf Platz nehmen kann. Ausserdem wurden am Vortag hier die Tauben geschossen, um die Population in Zaum zu halten.

Wir sitzen bei schönem Wetter auf der Terrasse eines Restaurants. Haben gerade das bestellte Menü, ein feines Schnitzel mit Pommes, serviert bekommen. Plötzlich kommt ein Marienkäfer dahergeflogen und knallt auf die Innenseite des Trinkglases, sodass er ins Wasser fällt. Wir zögern keine Sekunde und starten die Rettung. Mit unserer Serviette gelingt es uns, den kleinen, roten Käfer aus dem Wasser zu holen. Dieser sammelt sich kurz und fliegt gelassen davon. Glücklich den Marienkäfer gerettet zu haben wirdmen wir uns nun dem feinen Schnipo zu.

Ein kleines Mädchen wird von ihrer Mutter zugedeckt, es folgt ein Gute-Nacht-Kuss und sie löscht das Licht. Die Mama schliesst die Tür und begiebt sich in die Stube. Im Zimmer des Mädchens ist es dunkel. Obwohl das Nachtlicht brennt ist sie besorgt, und Angst kommt in ihr auf. Sie nimmt ihren Teddy zur Hand und drückt ihn fest an sich. So schläft sie friedlich ein. Gleichzeitig schaltet die Mutter den Fernseher ein und schaut sich die Nachrichten an. Es wird erzählt, dass ein weiterer Bär, der seit einigen Monaten in der Schweiz ist, abgeschossen wurde. Das Risiko für den Menschen war zu hoch.

Sind diese Geschichten nicht irgendwie paradox? Und doch sind genau diese Geschichten alltäglich. Man könnte etliche solcher Geschichten aufzählen. Was sagt die Bibel zu unseren wunderbaren, irdischen Mitbewohnern? Beginnen wir ganz am Anfang.

Wenn Ihr die ersten zwei Kapitel der Bibel lest, ist das ein wunderschöner friedlicher Anfang. Gott formte Adam aus Erde vom Ackerboden, inmitten eines fruchtbaren Gartens. Den Tieren gab Adam Namen und zuletzt wurde auch Eva erschaffen. Mensch und Tier lebten friedlich miteinander. Auch wenn es in 1. Mose 1.26 heisst: Und sie sollen herrschen über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Mit herrschen ist hier nicht gewaltsames herrschen gemeint. Ich denke der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist, dass der Mensch im Bilde Gottes gemacht wurde. Ein Tier nicht. Der Mensch ist ein Wesen mit Verstand, er kann zu Erkenntnis gelangen, er denkt über den Sinn des Lebens und über die Zukunft nach. Deshalb war und ist der Mensch den Tieren überlegen. Doch Adam konnte nicht einfach das tun was er wollte, denn alles muss im Sinne Gottes geschehen. Zum Beispiel die Benennung der Tiere: Gott sah zu, dass die Tiere zu Adam kamen, damit er jedem einen Namen geben kann. Im Paradies ernährten sich Adam und Eva von Kräuter, Samen und Früchten. Doch leider kam es zum Sündenfall, was auch das friedliche Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zerstörte.

Gott hat auf alle seine Geschöpfe ein Auge, denn er liebt sie. Jedoch ist die Tierwelt von der Unvollkommenheit nicht verschont geblieben. Die Tierwelt ist sehr grausam – Es ist eine Welt von fressen und gefressen werden. Im Paradies war das nicht so, denn die Bibel sagt uns:

… aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich regt auf der Erde, allem, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich jedes grüne Kraut zur Nahrung gegeben! Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag

1.Mose 1.30+31

Später erlaubte Gott, dass sich der Mensch von Fleisch ernähren darf. Auch mussten Tiere ihr Leben opfern für eine vorläufige Sündenvergebung des Menschen. Das letzte Opfer das dargebracht wurde, war das Lamm Gottes – Jesus Christus. Jesus ist für alle unsere Sünden gestorben. Die Tieropfer gehören der Vergangenheit an. Selbst im AT sagt Gott, dass ohne Sinnesänderung ein Tieropfer nichts bringt:

Hört das Wort Jahwes, ihr Mächtigen von Sodom! / Vernimm die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra! „Was soll ich mit der Menge eurer Opfer?“, spricht Jahwe. / „Ich habe es satt, dass ihr mir Schafböcke und das Fett von Mastkälbern verbrennt! / Das Blut von Stieren, Lämmern, Böcken mag ich nicht! Wenn ihr in den Tempel kommt, / um vor mir zu erscheinen, / meine Vorhöfe zertrampelt – wer hat das von euch verlangt? Lasst eure nutzlosen Opfer! / Euer Weihrauch ist mir ein Gräuel! / Neumond, Sabbat und andere Feste: / sündige Feiern ertrage ich nicht! Eure Neumonde und Feste sind mir in der Seele verhasst. / Sie sind mir eine Last und ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr betet mit ausgebreiteten Händen, / verhülle ich meine Augen vor euch. / Auch wenn ihr mich noch so mit Bitten bestürmt, / höre ich doch nicht darauf. / Eure Hände sind ja voller Blut. Wascht und reinigt euch! / Schafft mir eure bösen Taten aus dem Weg! / Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt Gutes zu tun / und fragt nach dem, was richtig ist! / Den Unterdrücker weist in die Schranken! / Verhelft Waisen und Witwen zu ihrem Recht!“

Jesaja 1.10-17

Wir können von unseren Mitbewohnern viel lernen. Die Bibel berichtet von vielen spannenden Begebenheiten, in denen Tiere ein wichtige Rolle spielen. Was lehrt uns zum Beispiel Jesu:

Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wie eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?

Matthäus 6.26-30

Wir sollten unsere Tiere schätzen und achten. Auch sie haben Odem in sich. Gott hat dem Menschen den Sabbat gegeben, aber nicht nur dem Menschen, auch das Vieh sollte an diesem Tag ruhen. Wir leben in einer grässlichen Welt, in der die Menschen nicht mehr essen sondern fressen. Ich denke, wenn Tiere artgerecht und friedlich gehalten werden, ist das Essen von Fleisch nichts schlechtes. Wenn ich aber die abartige Masttierhaltung sehe und die krasse Überpopulation von Kühen, Schweinen und Hühnern (was ausserdem die Umwelt extrem belastet) ist das extrem gottloses handeln. Der Mensch ist gierig nach mehr, mehr und mehr und ich spreche hier nicht nur vom Fleisch. Ruhm, Geld, Luxus und Macht, damit lockt der Teufel. Sehen wir uns nun die Tiere an: Sie ertragen alles. Sie sind gut zu uns. Sie sind dankbar. Sie lieben das Leben. Sie sind unbeschwert. Sie kennen Gott.

Wir sollten auf unsere Tiere achtgeben und ihnen helfen, so wie Gott uns hilft. Wir sollten ein guter Hirte sein für unsere Tiere, so wie es Gott in Psalm 23 für David ist, denn Gott hat uns die Tiere anvertraut.